Samstag, Februar 02, 2013

Ein Herz für alte Säcke

und wenn ich schonmal dabei bin, nach langer Zeit den Blog zu beleben, dann will ich auch die Sache mit den Säcken nicht verschweigen: Ich bin ins Sackgeschäft eingestiegen. Wer für seine Smartphone-, Laptop-, Tablet- oder E-Book-Kostbarkeit eine gediegene Schutzhülle braucht, der sollte einen Apfelsack ernsthaft in Erwägung ziehen. Jetzt auch im Online-Shop: www.apfelsack.eu

Apfelsack, passend zum Beispiel fürs iPhone 4
Apfelsack, passend zum Beispiel für MacBooks und diverse Tablets
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Wo Innovation passiert...

Ist zwar nichtmehr taufrisch, trotzdem hab ich mich darüber amüsiert, dass die weltberühmte Washington Post ihren Online-Beitrag "Wo Innovation passiert" unter anderem mit einem Bild von mir illustriert hat. Und wo ich mir das gerade so anschaue - ich sollte mir den Bart stehen lassen...


Dienstag, August 23, 2011

Reisebericht Sri Lanka (3) - Schnapsideen

Gemeinhin gibt es drei Moeglichkeiten, den feinen Unterschied zwischen einer Schnapsidee und einem brillianten Einfall zu unterscheiden:
  1. Altersweisheit und Lebenserfahrung. Dafuer sind wir aber noch viel zu jugendlich. Auch wenn man es uns nicht mehr ansieht.
  2. Hoeren auf die Altersweisheit und Lebenserfahrung anderer. Das passt nicht so ganz zu unserer Rocker- und Rebellenattitude.
  3. Ausprobieren.
Wir haben uns in den letzten Tagen mehrfach fuers Ausprobieren entschieden und wollen euch unsere Erkenntnisse nicht vorenthalten.
  1. Es ist eine Schnapsidee in der Regenzeit auf den heiligen Berg Sri Pada / Adams Peak zu steigen. Das haben wir gestern getan. Bei stroemendem kalten Regen 3 Stunden lang die ueber 5000 steilen Stufen auf den Gipfel steigen, auf dem je nach Legende ein Fussabdruck Adams (Moslems und Christen), des Apostel Thomas (Christen) oder Buddhas (ratet mal) zu sehen ist. Wir sind praktisch einen Wasserfall hinaufgewatet und wurden oben mit einer Aussicht von unter 5 Metern belohnt. Und der Fussabdruck war weggeschlossen. Ist schliesslich keine Pilgersaison.
  2. Es ist eine Schnapsidee einen vermeintlichen Moskito der einen in den Knoechel beisst durch die Hose durch totzuschlagen, die Hosenbeine in die Socken zu stecken und dann das ganze vorerst zu vergessen. Wenns naemlich ein Blutegel war, hat man abends eine riesen Sauerei (Blut an der Hose, am Socken, im Schlafsack) und einen riesigen Blutverlust. Gefuehlte 40 Liter. Es hat es uns erleichtert diese Last zu tragen, dass wir beide einen abbekommen haben. Susis Egel hat sich sogar durch eine dicke Wandersocke gegraben bevor er zugebissen hat. Miststueck. (Also der Egel).
  3. Es ist eine Schnapsidee mitten im Bergland Fisch zum Abendessen zu bestellen. Das hab ich auch bitter bereut und mir die Sache in der Nacht nochmal gruendlich durch den Kopf gehen lassen. Mein Koerper hat gewissermassen jede Moeglichkeit genutzt, sich von diesem Essen zu trennen. Aber so musste mein durch den Blutverlust geschwaechter Koerper wenigstens nur einen leeren Koerper auf den Sri Pada wuchten. Aber jetzt gehts wieder und wir sind fleissig am Samosas futtern.
In der Zwischenzeit sind wir in Nuwara Eliya (Stadt des Lichts), die auch Klein England genannt wird. Hier kommt viel Tee her und das ist die hoechste Stadt Sri Lankas auf 1800 Metern (das fuer die Erdkundefreaks aus dem Nordschwarzwald). Wir hoffen instaendig auf gutes Wetter, damit wir nach zwei Regentagen mal wieder trockene Klamotten haben. Ist schliesslich nicht so warm hier wie in Gerstetten...

Freitag, August 19, 2011

Reisebericht Sri Lanka (2) - Meine Top 5

Hier mal ein paar Dinge, die ich in einer Woche Sri Lanke in Herz geschlossen habe.
  1. Knuspriges, und suesses Sambol. Nicht so ein oeliges Zeug wie bei uns. Schmeckt angenehm scharf und passt echt gut zu Fried-Rice. Das werd ich daheim aus meiner Chilliernte nachzubrauen versuchen.
  2. Keine Motzerei. Die Leute sind hier durchweg mit wenig zufrieden. Da wird nicht rumgemault wenn man auf einer Busfahrt zwei Stunden stehen muss. Da macht man das beste draus. Das wuerde uns daheim vielleicht auch mal weiterbringen.
  3. Freundliche Hilfsbereitschaft. Obwohl die Leute hier von den Touris leben, gibt es doch ueberall Menschen, die einfach nur nett sein und helfen wollen. Ganz ohne, dass die daran verdienen. Die zeigen einem dann den richtigen Bus, verhandeln mit einem Fahrer, der kein Englisch kann, und so weiter.
  4. Das Wetter. Wenn es heiss ist, traegt meine Holde wenig Kleider. Das muss ich nicht weiter erklaeren, oder?
  5. Die Toiletten. Bisher hatte noch jede Unterkunft so was richtig schickes zum draufsitzen. Das gefaellt mir einfach. Fast wie daheim.

Reisebericht Sri Lanka (1) - Inflationa Hupensis



Unsere erste Urlaubswoche in Sri Lanka ist vorbei. Zeit fuer einen kurzen Reisebericht:

Nach einem Abstecher in die touristisch noch unerschlossene Ostkueste, wo wir unser Patenkind besuchen konnten, sind wir im Zentrum der Insel angekommen, wo es viele Ruinen und andere Kulturstaetten zu besichtigen gilt. Im besten Backpacker-Stil sind wir hauptsaechlich per Bus, Bahn und Tuktuk unterwegs. Ueber den Fahrstil hier gibt es nicht viel zu sagen - es gibt keinen. Jeder faehrt wie er will. Das verleiht dem Reisen eine ziemlich spirituelle Note, weil man sich praktisch staendig auf den Uebergang ins Jenseits vorbereitet. Und es erweitert den Horizont; ich weiss jetzt, dass auch auf eine schmale Landstrasse 3 Ueberlandbusse nebeneinander passen. Wenn das alle Beteiligten nur wirklich wollen.

Zentrales Kommunikationsmedium aller Verkehrsbeteiligten ist die Hupe. Es gibt eigentlich immer Grund zu Hupen. Wenn man auf eine Strasse einbiegt, wenn man ueberholen will, wenn man beschliesst auf der Gegenspur zu fahren, wenn man abbiegt, wenn die Strasse frei ist, wenn man einen Fussgaenger sieht - immer. Das hat etwas inflationaeres und etwas beruhigendes (ausser man versucht in einem Zimmer an der Hauptstrasse zu schlafen). Irgendwann ist man nicht mehr erschreckt und sorgenvoll sondern einfach nur tiefenentspannt. Der einzige Grund, beunruhigt zu sein, ist wenn der eigene Fahrer nicht mehr hupt. Dann hat er entweder das Bewusstsein verloren, das rollende Fahrzeug verlassen oder das wichtigste Bauteil nach Motor und blinkenden Budda-Fensterbildern versagt den Dienst (ja, es ist Absicht, dass in der Liste der wichtigsten Bauteile eines Fahrzeugs die Bremse nicht auftaucht...).

Unsere heutige Busfahrt von Sirgiya nach Kandy hat uns aber bei allem Abenteuer nur sensationelle 120 Rupien pro Person gekostet ( das sind etwa 80 Cent). Fuer insgesamt 3 Stunden Adrenalin ist das wirklich geschenkt.

Wir sind jetzt in der Stadt Kandy in den Bergen angekommen. Da ist das Klima etwas weniger drueckend und wir haben eine sehr schoene Unterkunft mit Blick auf den See.

PS: Hier noch ein schoenes Bild von unserem Ausflug in den Minneriya-Nationalpark. Man sieht eine schoene Frau (Bildvordergrund) und schoene Elefanten (hinten).




Freitag, Juli 22, 2011

Raupische Bissunschärfe

Eines meiner Hobbies, der Fensterbank- und Balkongartenbau wird mir gelegentlich von üblen Laushorden madig gemacht. Ich war von Herzen froh, dass ich da jetzt eine echte Bio-Masche dagegen gefunden habe: Es gibt eine Raupensorte, die frisst Maden einfach auf. Und von der Sorte sind mir neulich vier Stück zugelaufen. Diese großartigen Tiere haben lediglich einen kleinen Schönheitsfehler: die Bissunschärfe. Sie kauen manchmal ein bisschen mehr weg, als nur die Läuse. In diesem Fall den kompletten Rucola. Ist aber wahrscheinlich sehr nachhaltig. Weil wenn der Rucola weg ist, haben die Läuse langfristig nichts mehr zu fressen. Zumindest auf meinem Balkon. Ich auch nicht. Naja - vielleicht Raupen.

Donnerstag, Dezember 02, 2010

Die Sache mit der Fremdwahrnehmung

Heute mal meine Top 3, wie man rauskriegen könnte, wie man auf andere wirkt:

Platz 3: Man frage seinen kleinen Bruder, wie man so auf andere wirkt. Vorteil: der nimmt kein Blatt vor den Mund. Nachteil: der nimmt kein Blatt vor den Mund.

Platz 2: Man lässt sich beim Psychologen mal analysieren. Vorteil: Ist ein Profi, der kann das. Nachteil: Auf der Couch liegen ist daheim billiger.

Platz 1: Man analysiert fachmännisch, welche Flyer man auf dem Weg zur Mensa so zugesteckt bekommt. Das lässt tief blicken. Und auch darauf, welche man nicht zugesteckt bekommt. Das lässt noch tiefer blicken. Nachdem ich mir seit geraumer Zeit autosuggestiv vor dem Spiegel sage, dass ich wie ein junger Stier ausschaue, war ich schon enttäuscht, dass ich einer der wenigen war, der von den Karlsruhe Engineers (das ist die American Football Mannschaft der Uni), keinen Flyer fürs Probetraining bekommen habe. Aber ein echter Tiefschlag war es, dass während ich unbehelligt vorüberging sogar ein Mädel angesprochen wurde. Vielleicht habe sie ja einen Freund, der in Frage käme... Heute hat mir eine attraktive junge Dame mal wieder einen Flyer zugesteckt. Hab kurz gehofft sie sucht Studenten für eine Modelagentur. War dann aber schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen: Sie hat mich zur "Big Ass Party" in einem Karlsruher Klub eingeladen. Und das trotz meiner wohlverhüllenden Winterjacke... Wenn mir morgen in der Mensa einer Haarwuchsmittel verkaufen will, dann geh ich ab nächste Woche beim Bäcker mittagessen.

Montag, Juni 14, 2010

dumm ist...

wenn man beim Wandern im Portola-Redwood feststellt, dass man statt den Wandersocken versehentlich die Skisocken eingepackt hat.
Das hat man davon, wenn man den Koffer selber packt! Aber es war eine neue Erfahrung. Und ich hatte das Gefühl vor Zecken wirklich sicher zu sein. Die wenigen, die sich bei über 30 Grad durch die Wollschicht gearbeitet haben, sind in der Hitze verkocht oder im Schienbein- und Wadenschweiß ertrunken.

Es war gestern ein wirklich schöner Tag, den wir mit einem Besuch in einer urigen Kneipe und einem Sonnenuntergang am Pazifik ausklingen haben lassen. Heute waren wir bei der feierlichen Abschlussveranstaltung der Stanford-Studenten. Gesprochen hat die UN-Botschafterin der USA. War durchaus beeindruckend. Genau, wie das deutsche 4-0, das wir bei einer Art public viewing von Exildeutschen mitverfolgt haben.

Samstag, Juni 12, 2010

Panda-Alarm



Gestern war ich auf dem Weg nach San Francisco. Und hatte mal wirklich einen kreativen Grund, meinen Anschlussflug in Antlanta zu verpassen: Die Maschine von Delta stand zweieinhalb Stunden fertig gepackt auf dem Rollfeld weil im Gepäckraum ein kleiner Panda ausgebrochen war. Und es hat dann halt seine Zeit gebraucht, bis der Frankfurter Zoodirektor da war, der Panda betäubt war und aus dem Container geborgen werden konnte. Und wir wurden per Funk-Schalte vom Pilot auf dem laufenden gehalten. Abenteuer pur also!
Jetzt bin ich mit Philipp und Svenja das Wochenende genießen, bevor nächste Woche die Konferenz anfängt.

Mittwoch, Februar 03, 2010

Die Krux mit den UAVs

Mal was für die Allgemeinbildung: wer weiß, was UAVs sind? Richtig, entweder Unmanned Aerial Vehicle (also ein unbemanntes Luftfahrzeug) oder der Unnötige Anzug Verschleiß. Das ist ein Koeffizient, der angibt, wie oft (prozentual) man seinen Anzug unnötigerweise in einen Koffer gequetscht und auf eine Konferenz mitgeschleift hat. Bei den ungefähr 5 Konferenzen auf denen ich bisweilen verweilt habe, ist mein persönlicher UAV bei 100%. Auf der einen Seite natürlich schön, wenn man auf einer Konferenz ist, wo es etwas entspannter und legerer gekleidet zugeht. Andererseits auch schade um den Anzug, der bei mir da wirklich knittertechnisch leidet, und ausserdem um den schönen Platz. Was hätte da nicht alles in den Koffer gepasst. Wenn ich den unnötig verbratenen Platz auf allen Konferenzen zusammenrechne, hätte da wahrscheinlich einmal locker die Susi in den Koffer gepasst. Und daran hätte ich wohl mehr Freude als an dem Anzug in meinem Schrank (den ich am Samstag erstmal wieder in meinen Koffer kriegen muss....)

Dienstag, Februar 02, 2010

Euro-Enthusiasmus


Habe ich schonmal erwähnt, dass ich manchmal ein Euro-Fan bin? Mag sein, dass manches überreguliert wird und die EU auch viel kostet. Aber manchmal erlebt man die europäische Einigung auch einfach nur von ihrer Sonnenseite. Ich zum Beispiel am heutigen Tag. Ich bin gerade in Slowenien, wo morgen eine Konferenz anfängt. Und ich finde es wirklich nett, hier ganz ohne Reisepass und Devisentausch herreisen zu können. Das fühlt sich gut an. Und auch abgesehen von den Reiseformalitäten ist das nett hier: Die Berge sind hoch, der Schnee ist weiß (und tief), die Leute sind nett, und im Konferenzprogramm hat es Pausen, die mir vielleicht ein bisschen Skifahren erlauben (auf der Piste, die direkt vor der Tür beginnt). Was will man mehr?
(mal abgesehen von etwas Gemeinschaft mit einer Frau, die jetzt in Karlsruhe eingeschneit ist).

Dienstag, Dezember 29, 2009

Nomenklatur

Falls sich einer der Leser schon immer gefragt hat, warum Ofenkäse Ofenkäse heißt, dem kann ich hier und heute weiterhelfen: Ofenkäse heißt Ofenkäse, weil man ihn am besten genießt, indem man ihn mit einem Stück Brot von der Ofenscheibe kratzt:Und wenn der Ärger über die eigene motorische Unzulänglichkeit verraucht ist, dann kann man durchaus auch die Vorteile dieser Darreichungsform ersehen: Geschmacklich ist das Erleben noch reichhaltiger als der Käse ohnehin schon ist. Spuren des letzten Hefezopfs, Schweinebratens und auch eventuell vorhandene Rückstände des hauseigenen Backofenreinigers sorgen für geradezu birzelnden Gaumenkitzel. Sollte man öfters machen.

Dienstag, November 10, 2009

Lichter der Großstadt

Nach fast vier Jahren ists mir vergönnt, wieder an den Ort zurückzukehren, an dem ich damit begonnen habe, diesen Blog zu füllen: die Bay Area um San Francisco herum. Mit einem ganzen Haufen Kollegen war ich auf der SenSys2009 Konferenz in Berkeley und habe danach noch ein bisschen die Gegend unsicher gemacht. Und heute gehts zu einem Besuch ins Silicon Valley. Erst besuchen wir Philipp in PARC, dann meine frühere Praktikantenstelle in den Sun Labs. Also zwei Kultstätten für Teckies, sozusagen.

Freitag, Oktober 02, 2009

Rock'n Roll und der Regenwald...

gestern war ich bei einem tollen Konzert: In Ludwigsburg wurde mit "Rock im Barock" eine neue Mehrzweckhalle eingeweiht. Dort haben dann die Scorpions mit den Ludwigsburger Philharmonikern gespielt. Das war laut. Und gut. Ich wusste davor nicht, dass die schon über 5000 Konzerte in 86 Ländern gegeben haben und bei denen Bands wie Metallica, Bon Jovi und Def Leppard als Vorbands gespielt haben. (Also bei den Scorpions, nicht bei den Philharmonikern.)

Und wie es sich für echten Rock 'n Roll gehört wurde da auch ganz sensibel und kritisch auf gesellschaftliche Probleme hingewiesen. Schließlich ist man nicht zum Spaß hier. Ein Lied (We don't own the world) wurde nämlich von der Abholzung des Regenwaldes inspiriert. Schon erschreckend, dass in 40 Jahren ein Fläche von der Ausdehnung Deutschlands gerodet wurde.

Wenn man es richtig machen will als reifer Rocker, dann zeigt man aber nicht nur die oberflächlichen Probleme auf, sondern veranschaulicht auch die tieferliegenden Ursachen. Und da hat Klaus Meine (der Sänger) didaktisch wirklich ausgefeilt gearbeitet. Indem er nämlich an die 200 Drumsticks ins Publikum geworfen hat. Ich weiß, dass ich gerne übertreibe. Und dass das der geneigte Leser vermutlich auch weiß. Aber nicht bei den Drumsticks. Echt! Nach jedem Lied so ungefähr 30 Stück.

Wenn die das bei jedem Konzert machen, dann geht vermutlich Regenwald in der Größe des Saarlandes allein auf das Konto von den Scorpions (5000 x 200 = 1 Mio!). Da könnte unsereins lange von heizen...

Mittwoch, September 30, 2009

Gemischte Gefühle

Für Menschen wie mich, die nichts lieber tun, als Entscheidungen zu treffen, gibt es wirklich prekäre Situationen. Zum Beispiel, wenn man nicht mal weiß, wie man sich gerade fühlen soll. Und da kams heute geballt:

Nach drei wirklich harten Tagen, in denen wir uns fast ein Bein ausgerissen haben, um bis zu einer Abgabefrist am Freitag fertig zu werden, wurde ich heute mittag darüber informiert, dass die Frist jetzt doch um 2 Wochen nach hinten verlegt wird. Ja wie soll ich mich denn jetzt fühlen? Erleichtert, dass wir doch noch viel mehr Zeit haben? Oder erbost, dass wir uns jetzt nochmal zwei Wochen lang ein Bein ausreißen müssen (selbstverfreilich metaphorisch zu verstehen)?

Und auf dem Heimweg gings dann grad so weiter: Wurde auf dem Zebrastreifen beinahe überfahren. So richtig mit Vollbremsung, quitschenden Reifen und halben Meter Abstand zur Stoßstange. Hätte ich turbo-giga-ultra-angepisst sein sollen, weil der Penner erst so spät gebremst hat? Oder hocherfreut, dass er genau zur rechten Zeit gebremst hat? Oder enttäuscht, dass just zwei Tage nach Anschaffung eines Helms ein Unfallszenario entsteht, bei dem ein Helm mal gar nichts bringt?

Um es mit den Worten von Peter Usbekiev zu sagen: "Da muss ich jetzt erstmal drüber nachdenken...". Oder ich frag die Susi, wie ich mich fühlen soll...

Sonntag, Februar 08, 2009

Klassischer Fall von Wahnsinn

Was sind die besten Möglichkeiten, seiner Begeisterung über ein tolles klassisches Konzert Ausdruck zu verleihen? Hier meine persönlichen Top-3, so wie ich es gestern bei unserem Besuch des Uni-Orchesters erlebt habe:

Auf Platz 3: frenetisches Klatschen. Nicht aussergewöhnlich, hat aber den Vorteil, dass es halbwegs möglich ist, die Anerkennung in angemessener Gleichverteilung über die zahlreichen Mitglieder des Orchesters schwappen zu lassen.

Auf Platz 2: kleine Kinder dazu zwingen, Blumensträuße an Solisten und den Dirigenten zu übergeben. Besonders nett, weil ja jeder weiß, dass das nicht soooo spontan und freiwillig von den Kindern getan wird. Ausserdem amüsant für das Publikum, weil einer der Knaben versehentlich zwei Sträuße der Solistin übergeben wollte, womit keiner mehr für den Dirigenten geblieben wäre. Das konnte aber zum Glück von einer engagierten Geige verhindert werden. Für mich persönlich eine der unangenehmsten denkbaren Aufgaben. Vor riesen Publikum einem putzigen Kind einen Blumenstrauß wegnehmen. PR-Fiasko!

Auf Platz 1: Mein Absoluter Favorit! Bei romantischen Werken ja durchaus üblich sind die mehrfachen in beinahe unermessliche Intensität gesteigerten vermeintlichen Abschlussakkorde. Das hat brachialen Pathos, erschütternde Leidenschaftlichkeit und zuweilen auch ein bisschen Komik. Zum Beispiel wenn der Mann, der hinter dir sitzt zwischen dem vorletzten (den er naiverweise für den letzten hält) und dem wirklich komplett hinter-aller-giga-ultra-letzten relativ halblaut (eher laut als halb) "WAHNSINN" sagt. Kommt besonders gut, wenn er in der zweiten reihe sitzt und nur zwei Meter vor ihm die Mikrophone stehn, mit denen das Konzert aufgezeichnet wird. Aber jetzt weiß man wenigstens auch wenn man die CD anhört, dass es wahnsinnig gut war.

Samstag, Februar 07, 2009

Sympathischer Trucker: Spritzlappen des Monats


Im wesentlichen kann ich mir zwei Gründe vorstellen, warum sich thailändische Trucker Chuck Norris auf die Spritzlappen pinseln: Entweder es hat sich noch nicht bis Südost-Asien herumgesprochen, dass Chuck Norris seit 15 Jahren nicht mehr der Gipfel aller Coolness ist. Oder besagter Trucker weiß genau Bescheid, hat aber so viel Humor und innere Größe, dass er es gerade deshalb tut. In beiden Fällen finde ich das überaus sympathisch und ich vergebe hiermit den Titel "Spritzlappen des Monats" an den besagten Wagenlenker

Donnerstag, Januar 01, 2009

Nachtrag: Thailand 2

Im weiteren Verlauf hat uns unsere Reise über Krabi nach Koh Pipi geführt. Dort haben wir die drei Tage vor Heilig Abend in einem Bungalow im balinesischen Stil verbracht. Balinesischer Stil ist übrigens ein Euphemismus (= schönfärberischer Ausdruck) für sehr schön, aber mit sackvielen ultra-fies-assi Moskitos. Und das will was heißen, wenn ich so was sage, bei all meiner Abneigung gegen übertreibende Superlative. Eins der Rotzviecher hat mich an eine der ganz wenigen Stellen gestochen, an denen ich kein Autan hatte. Da musste ich halt mal ein Auge zudrücken.
Schließlich sind wir über Phuket noch auf die Insel Koh Chang gereist. Das war für mich einer der Höhepunkte der Reise. Dort gibts kein Strom und kein Warmwasser. Dafür einfach viel Ruhe, gutes Zeug zum Essen und durchaus gute Voraussetzungen, um sich zu entspannen. Perfekt, das haben wir dann gleich mal 3 Tage lang ausgekostet. Wir haben in den drei Wochen unzählige schöne Momente erlebt, von denen wir auch viele schöne Bilder gemacht haben.
Wir sind Gott sehr dankbar für die Bewahrung und die wundervolle Zeit, die wir dort verbringen durften.

Und wir haben durchaus auch kuriose und witzige Situationen und Schilder gesehen und fotografiert, womit ich eine alte Tradition an dieser Stelle gerne wieder aufleben lassen möchte. Den Bildern des Monats. Mehr dazu hoffentlich in den folgenden Tagen an gleicher Stelle.

Nachtrag: Thailand

Im Leben ist so einiges ungerecht verteilt. Zum Beispiel, das Verhältnis von berichtenswerten Ereignissen und der Zeit, über diese Ereignisse auch tatsächlich in einem Blog zu berichten. Aber man kann ja auch mal was nachtragen. Zum Beispiel ein paar Eindrücke von unserer Reise nach Thailand:

Weil Susi schon den nördlichen Teil des Landes bereist hat, haben wir uns in unserer gemeinsamen Zeit auf den Süden konzentriert. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln haben wir eine Rundreise gemacht, die uns auch über eine Reihe von wirklich netten Inseln geführt hat. Zunächst sind wir nach Koh Tao (die Schildkröteninsel) gefahren. Weil gerade auf der Insel nebenan die fette Vollmondparty am Start war und ausserdem viele Leute ihren Thailandaufenthalt storniert haben, hatten wir das Gefühl, dass wir die Insel fast für uns alleine haben.

Weil wir nach einem Ausflug von einem (Offroad-)Taxifahrer versetzt wurden, sind wir von einem Lastwagen mit burmesischen Gastarbeitern mitgenommen worden. Über den Inselberg hinweg auf einer Straße, die von Gletscherspalten-artigen Schluchten durchzogen wurden sind wir als auf einem 7,5-Tonner gefahren. Und ich hätte auf der Ladefläche durchaus Angst bekommen können, wenn nicht einer von den Burschen auf dem Dach des Führerhauses gesessen hätte und bei allen 80-Zentimeter tiefen Schlaglöchern und Abgründen, die sich neben der Fahrbahn auftaten schallend gelacht hätte. Hatte durchaus etwas heldisches. Ich wusste nicht, ob ich es beschämend oder schön finden sollte, dass die armen Schlucker die uns mitgenommen haben, sich anschließend geweigert haben, Geld für die Fahrt anzunehmen.

Auf der nächsten Inseln (Koh Samui) haben wir uns dann Roller ausgeliehen und haben die Insel umrundet. Ich habe mich nicht nur gefühlt wie - nein, ich war Dennis Hopper, der Easy Rider schlechthin. Ungezügelte Freiheit und nur höchstens ein Hauch von Ängstlichkeit ob der Linksfahrerei und der Erkenntnis, dass jede Form von Verkehrsregeln in Thailand höchstens eine unverbindliche Handlungsempfehlung sind...
Ausserdem gabs eine durchaus reizvolle Wanderung zu einem Wasserfall. Bei der sich auch die Gelegenheit ergab bislang unentdeckte Persönlichkeitanteile meinerselbst zu entdecken und auszuleben: Den Tarzan im Mann. War übrigens kein triviales Unterfangen, dieses Bild zu schießen - beim ersten Versuch riß die Liane, beim zweiten sprang ich gegen den Baum. Aber manches muss man einfach riskieren, wenn man eine Frau durch animalisches Verhalten beeindrucken will.

Sonntag, August 31, 2008

Dübeln für Heulsusen

Nach dem Anbringen unserer Vorhänge hab ich ein echtes Dübeltrauma. Und für die Badezimmerlampe stehen dem Dübelerfolg auch noch die Fliesen im Weg. Darum haben wir die Lampe einfach mal mit Tesa-Powerstrips hingeklebt. War aber eher ein kurzfristiger Erfolg... Unsere glorreiche Alternativ-Idee war Ankleben mit Silikon. Als Susi dann die Lampe bis zum Festwerden des Silikons halten sollte, und mein Vater mir am Telefon erklärte, dass das so 1-2 Tage dauern kann, hat sich ganz schlagartig Ernüchterung (und Erschöpfung im im ausgestreckten Arm) breitgemacht. Aber man hat ja nicht umsonst jede Folge MacGyver in sich aufgesogen. Mit Klebeband und Schrubber kann man ja praktisch zum Mond fliegen...

Ich gebe zu, die Nutzbarkeit des Waschbeckens hat geringfügig unter dem Schrubber, der drinsteht gelitten. Aber Händewaschen ist sowieso was für Mädels.

Freitag, August 29, 2008

Ist man eine Leuchte wenn einem die Birne brennt?

Ist es gut, auch als junggebliebener etwas älterer Mann in den besten Jahren schon gnadenlos mit der Vergänglichkeit des Seins konfrontiert zu werden? Susi meint offensichtlich ja. Nunmehr vor zwei Jahren habe ich ihr zum Abschied eine lebensgroße Hampelmann-Version von mir geschenkt (damit sie auch während meines Praktikums wild und ungezügelt mit mir tanzen kann). Während ich zugegebenermaßen bei Größe, Schulterbreite und Bizeps etwas nachgeholfen habe und großzügig mit der Stichsäge umgegangen bin, habe ich beim Kopf großen Wert auf eine akkurate Abbildung gelegt.

Mit einem Haufen Gips, kompetenter Bastel- und Reanimationsunterstützung meiner geliebten Eltern und geringen Kollateralschäden konnte ein guter Ganzschädel-Wachsabdruck mit Kerzendocht angefertigt werden. (Nachahmern sei empfohlen bei den Ohren auf die ganz große Detailgetreuheit zu verzichten - Ohren aus Gips zu puhlen ist nicht cool. Zumindest wenn sie noch Teil eines lebenden Organismus sind).

Nachdem der Dancing-Man die letzten zwei Jahre ein eher trauriges und unbewegtes Dasein in Züfles Keller gefristet hat (Susi hat sich, ganz wie geplant nach meiner Rückkehr schnell von der Puppe lösen können und konnte wieder eine Beziehung mit dem Orginal aufbauen), war es letzten Sonntag an der Zeit zu entrümpeln. Die Schrauben wurden recycelt, das Holz kommt zum Sperrmüll und der Kopf wird verbrannt. Auch eine Art mit der Vergangenheit aufzuräumen. Traurig. Aber so kann ich meinen Enkeln mal erzählen: "Mit der Oma war das so total toughe HOTLOVE, das hat mir regelrecht ein Loch in den Schädel geburnt."
Und dann darf ich bestimmt mit Detlef D! Soost Popstars moderieren...

Mittwoch, Juli 02, 2008

Nachtrag: Rocky Mountains - auf den Kopf gefallen?

Spät ist besser als nie, hier kommt der (rudimentäre) Reisebericht von meinen beiden Wandertagen in den Rocky Mountains.

Der letzte Abend der Konferenz war als Cowboy-Bankett am Lake Dillon gestaltet. Wir wurden mit Pferdekutschen zu einem Zelt am See gebracht, dort konnte man dann lecker Cowboy-Essen essen (Steak, Mais, Bohnen, Salat und Kuchen - interessante Mischung), Cowboy-Spiele spielen (Lasso werfen auf Strohballen-Kühe und Hufeisenwerfen) und Cowboy-Musik hören. War durchaus lustig.


Am Freitag, 20. Juni habe ich nach dem Ende der Konferenz noch einen Wagen gemietet und bin mit Darshan, einem jungen Inder aus Singapur zur Kontinentalscheide auf dem Loveland-Pass gefahren. Ich vermute einfach mal, dass das heißt, dass alles Wasser links von diesem Punkt in den Pazifik fließt, während alles rechts davon in den Atlantik fließt. Oder umgekehrt. Je nach Blickrichtung eben.

Der Aufstieg war eigentlich recht kurz, aber trotzdem beschwerlich. Lag zum einen daran, dass der Weg nicht wirklich auszumachen war, und wir zuweilen bis zu den Oberschenkel in den Schnee sanken, zum anderen an der dünnen Luft und dem wirklich schneidenden Wind.


Aber der Ausblick hat uns mehr als entschädigt. Es gab sogar die Gelegenheit endlich mal ein echtes Panoramabild zu schießen, und dieses mal hab ich es nicht dadurch versaut, dass ich bessere Einstellungen wählen wollte, als das Mach-Alles-Automatisch-Menu des Fotos. Und hugin, ein Open-Source Programm, das ich hiermit weiterempfehle, hat dann daraus ein nettes 360-Grad-Panorama gerechnet.

Ausserdem haben wir noch einen Halt am Saphire-Point gemacht, von dem man einen schönen Ausblick auf Lake Dillon hat. Der eigentliche Höhepunkt war dann aber die Wanderung am folgenden Tag, auf der auch Thomas aus Mannheim und Michael aus Dänemark dabeiwaren.
Zu viert haben wir den McCullough Gulch bewandert, was sehr malerisch, aber auch sehr anstrengend war. Zum einen sind wir einige Zeit in Ermangelung eines Weges Quer-Bergein gewandert, zum anderen hat die Sonne gebrannt und es war steil. Zu guter Letzt haben wir 4 Kilometer zu früh geparkt und sind so ein gutes Stück zusätzlich zu Fuß gegangen :)

Nach 4 Stunden Plackerei oben angekommen konnte ich endlich eine meiner Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt untersuchen. Mir wurde nämlich die ganze Woche über eingeschärft, dass es unglaublich wichtig sei, gegen die Höhenkrankheit (Schädelweh, Schwindel, trockene Lippen) brudaal viel zu trinken, sich nicht anzustrengen und sich langsam zu akklimatisieren. Ich persönlich denke, dass das wichtigste vergessen wurde: für ausreichende Durchblutung des Schädels zu sorgen. Bei niedrigem Luftdruck wird vermutlich weniger Blut aus den Waden in den Kopf gepresst. Deshalb sollte man mit der Gravitationskraft nachhelfen. Was ich tat. Und mir ging es blendend. Übrigens mein wahrscheinlich höchster Kopfstand ever. In deutlich über 3000 Metern Höhe.
Es gibt noch jede Menge zu erzählen, aber der Abend ist kurz, und ich bin fertig. Und man soll sich immer einen Teil der guten Vorsätze für morgen aufheben, sprach der Prokrastinator (habe gestern gelesen, dass das das Fachwort für Aufschieber ist)...

Donnerstag, Juni 19, 2008

MobiSys 2008 - Breckenridge Colorado

Salut. Im Augenblick verweile ich in luftigen Höhen. In ca. 3000 Metern über Meeresspiegel so ungefähr. Denn hier in den Rocky Mountains findet in diesem Jahr eine Konferenz zum Thema Mobile Systeme statt. Und da hat mich mein Cheffe dankenswerterweise hinreisen lassen, um auf einem Forum vorzustellen, was ich so treibe.

Die Anreise war relativ anstrengend, da es von Haustür zu Haustür ungefähr 18 Stunden gedauert hat. Das, die Zeitverschiebung und wahrscheinlich auch die große Höhe machen mir auch heute am dritten Tag noch ein bisschen zu schaffen. Ich bin Abends immer gut müde, habe trockene Augen, schlafe ein wie ein Stein, und bin dann um halb fünf morgens wieder wach. Aber ich will mich nicht beklagen. Ich freu mich total, hier sein zu dürfen.

Auf dem Flug habe ich auch mal den Südzipfel Grönlands erblickt. War ganz interessant, dass es dort grade andersrum ist. Bei uns ist das Flachland im Winter schneefrei und die Berge weiß. Dort waren die dunklen Bergrücken das einzige, was nicht von Eis und Schnee bedeckt war.



Von Denver aus ging es dann noch etwa zwei Stunden mit einem Kleinbus in die Rocky Mountains bis nach Breckenridge. Breckenridge ist ein ehemaliges Goldgräberstädtchen, das so scheint es mir, in den letzten 20 Jahren hauptsächlich vom Skitourismus gelebt hat. So gibt es hier viele riesige Skiresorts und Lodges in schmucker 70er Jahre Optik. In dem Gebäudeteil, in dem mein Zimmer liegt, bestehen teilweise sogar die Innenwände aus unverputztem Waschbeton.


Meine Posterpräsentation am gestrigen Tag war ganz ok. Mein Englisch war zwar hörbar aus der Übung und ich war wohl mit Abstand der jüngste Doktorand (im Sinne von am kürzesten mit der Promotion beschäftigt), aber es hat halbwegs geklappt und ich habe hilfreiche Kommentare von den anderen Studenten und den drei betreuenden Professoren gekriegt. Und ich habe wieder einmal erlebt, dass es unglaublich helle Köpfe gibt, aber auch viele Leute, die genau so mit Wasser kochen, wie ich zu Hause im schönen Karlsruhe.

So weit mal fürs erste. Ich werd noch ein bisschen rumhängen und dann in die Koje steigen. Ich hoffe im Laufe der Woche auch noch ein bisschen mehr von den Rockies zu Gesicht zu bekommen, sobald da was knippsenswertes dabei ist, werdet ihr davon lesen...

Mittwoch, Juni 11, 2008

Letzte Hilfe

Als Lehrer muss man helfen können. Nicht nur beim Lernen, auch wenn sich mal ein Schützling verletzt. Und da sollte dann durchaus eine gewisse Souveränität im Umgang mit herausfordernden Situationen vorhanden sein. Deshalb musste die Susi vor kurzem einen Kurs absolvieren, in dem angehende Lehrer und altgediente Trucker gemeinsam in die Kunst des Ersthelfers eingeführt wurden.

Am zweiten Tag des Kurses sollte das Gelernte in einem Rollenspiel angewendet werden. Susi durfte Opfer spielen und stellte die geforderten Verletzungssymptome (Bewußtseinsverlust, Erbrechen, diffuser Schmerz) realitätsnah dar. So realitätsnah, dass die Kursleiterin sie nach kurzer Zeit aus dem Spiel nehmen und nach draußen bringen wollte.

Als das Mißverständnis geklärt war nahm sich schließlich ein anderer Kursteilnehmer ihrer an (ca. 40-jähriger Lastwagenfahrer, mutmaßlich türkischer Herkunft). Susi spielte ein langsames Erwachen aus ihrer Bewusstlosigkeit und stöhnte bei jeder Berührung aufgrund der starken Schmerzen, die sie hatte. Auf die Nachfrage, was und wo es ihr wehtäte äußerte sie nur undeutlich, dass sie überall Schmerzen habe. Daraufhin beschloss ihr Ersthelfer, ihr das Bein abzubinden und setzte es auch gleich in die Tat um.

Bei der anschließenden Manöverkritik wurde dieses Vorgehen gerügt. Schließlich sollte das Abbinden einer Extremität nur als letzte Maßnahme bei extremem Blutverlust durchgeführt werden. Die Kursleiterin fragte nach, was man den machen könnte, wenn eine Frau äußere, ihr tue alles weh. Zugegeben, eine schwierige Frage. Aber der in die Enge getriebene Ersthelfer blieb auch hier souverän: "Was kann man machen, wenn einer Frau alles weh tut? - Massage!"

Großartig, gell. Wenigstens wäre das ein schöner Tod: Schwerverletzt an einer Unfallstelle, vielleicht fälschlicherweise das Bein abgebunden, aber von den starken Händen eines zur letzten Hilfe geeilten Lastwagenfahrers sanft massiert...

Nackte Angst unter Frisösen

Gestern war ich beim Frisör. Und, wie es meinem Alter und Gemüte angemessen ist, war ich bei einem jugendlichen und äußert hippen Frisör. Wo die Frisösen diverse Metallapplikationen im Gesicht tragen und man sich sofort duzt. Nach dem üblichen anfänglichen Geplänkel, das mich als entscheidungsmüden Menschen immer überfordert (Was willst Du denn? Wie kurz? Mit der Maschine oder nicht? Gut so?) stellte sich eine kurze Gesprächspause ein. Was eigentlich ganz wohltuend war. Bis die Dame mit der Schere ganz verunsichert fragte, ob ich sehr unzufrieden sei, ich würde so böse kucken. Das wiederum hat mich etwas verunsichert. Ich habe nämlich eigentlich ganz andere Lebensziele als ständig armen Frisösen und anderen Zeitgenossen große Angst mit bösen Blicken einzujagen. Ich konnte sie damit beruhigen, dass ich immer so schaue, wenn ich entspannt bin. Ob sie es geglaubt hat, weiß ich nicht, aber wenigstens hat ihre Hand nicht gezittert. Und das ist viel Wert wenn jemand mit scharfen Werkzeugen an Körperteilen rummacht, die entweder lebensnotwendig oder für den optischen Gesamteindruck durchaus relevant sind. Wenn ich nur ein halbes Ohr hätte, wäre wohl die Angst, die ich der Restmenscheit einflöße noch gewaltiger.

Derzeit spiele ich mit dem Gedanken, mir eine Variation des T-Shirts zu erstellen, auf dem ich einmal gelesen habe "Ich bin nicht tot, ich rieche nur so". Bei mir hieße das dann halt: "Bin nicht böse, kucke nur so".

PS: Wenn sich jetzt wieder jemand beschwert, der nach nackten Frisösen gegoogelt hat, und dann meine Seite gefunden hat, dann soll er sich einfach hinten anstellen. Ich kann nicht alle Erwartungen ans Internet erfüllen...

Dienstag, April 01, 2008

Roboterarm

Ups, so schnell vergeht die Zeit. In der Zwischenzeit habe ich mein Studium beendet und an der Uni eine Promotionsstelle angenommen. Vielleicht komme ich bald mal dazu, etwas ausführlicher zu berichten.

Gestern habe ich entdeckt, das die Jungs aus den Sun Labs ein Video von mir auf Youtube veröffentlicht haben. Darauf zu sehen: ein Mann mit Bart und Deutschlandtrikot, der seltsames Zeug mit Robotern und Sun SPOTs vorführt :)



Wens interessiert einfach mal anschauen.

Sonntag, Oktober 21, 2007

Kinder, Kinder, ...

viele Leute sagen, dass Kinder diese Welt ein kleines bisschen besser machen. Ich auch. Als Gründe für diese Ansicht hört man Dinge wie "so unschuldig", "eine noch nicht in feste Bahnen gezwängte Fantasie", und anderes Zeug. Meiner Meinung nach muss aber in diese Aufzählung in jedem Fall mit hinein, dass Menschen, die ein gewisses Alter noch nicht erreicht haben, entweder ein geradezu übernatürliches Gespür für brillanten Wortwitz haben, oder aber einfach per se Urkomisch sein können.

Herzige Belege für diese Behauptung durfte ich vor allem wieder in den letzten Wochen erleben. Manche davon erschienen mir einfach zu nett, als dass ich sie für mich behalten könnte. Deshalb hier jetzt ein kleines Feuerwerk von Kindergeschwätz:

Mit Hannes habe ich vor einer Weile einen Wanderausflug ins Teinachtal gemacht, wo wir dann ein paar frische Forellen zum Grillen gekauft haben. Aus dem "Wir haben Forellen aus einem Fluss geholt" wurde dann aber im Laufe der kindlichen Erlebnisberichte irgendwann: "Und am Dienstag haben wir Frikadellen aus dem Meer besorgt".

Am gleichen Tag hat Muddi für Vaddi Wertmarken für die örtliche Erddeponie im Stammheimer Rathaus besorgt. Hannes und mir, die mit im Auto saßen, erklärte sie den kurzen Abstecher zum Rathaus mit den schwäbischen Worten: "Da muss i kurz des mit de Märkle klära" (=Da muss ich kurz die Angelegenheit mit den verniedlichten Wertmarken klären). Nach einer halben Minute der konzentrierten Reflektion über das gehörte meinte Hannes: "Also das wusste ich gar nicht, dass die Angelika in Stammheim geboren ist". Konfusiert fragte ich, von welcher Angelika er spräche. Über die Stationen "die Angelika von Deutschland", "die Angelika Merkle" und schließlich "Angela Merkle" kamen wir schließlich zu dem Konsens, dass er es von unserer Frau Bundeskanzlerin hatte, deren Herkunft er niemals im Stammheimer Rathaus vermutet hätte. Ich weiß nicht, was mich mehr vergnügt hat, die von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge Logik der kindlichen Gedankenwelt, oder der große Eindruck, den die adoptierte Stammheimer Prominenz auf ihn zu machen schien.

Wer Spass an solchen Gesprächen hat, dem sei es empfohlen Kinderfreizeiten anzubieten. Da wird man praktisch überschüttet mit solchen Texten. Auf unserem Zeltlager erklärte ich dieses Jahr am ersten Tag, dass das Geschirr nach dem Essen in großen Spülwannen gespült wird, und dass man nicht auf dem Klo spülen darf, weil dort die Waschbecken verstopfen. Einen Tag später gab ein Kind bei einer Leiterin zu Protokoll, dass es diese Regel ekelhaft fände, die es verbietet im Klo runterzuspülen. Sie mache das einfach trotzdem. Jetzt eben heimlich...

Auch die Erklärung von Krankheiten wie "Blasenentzündung" zu hören macht aus Kindermund deutlich mehr Spass, als die Worte von einem vielleicht auch kompetenteren Urologen zu hören: "Die hat ne Blase am Fuss, und die hat sich entzündet."

Als kleinen Leckerschmecker vom Zeltlager jetzt noch eine kleine Videopräsentation von ein paar besonders goldiger Kinder. Die haben zwar schon Bartwuchs, aber das Gemüt hält jeder Kindlichkeitsprüfung mit Bravour stand!

Freitag, Oktober 05, 2007

Äääh übrigens....


ich bin verheiratet. Werden ohnehin die meisten mitgekommen haben. Aber ich finde der Vollständigkeit halber sollte man das nicht einfach nur übergehen. Unsere Hochzeitsfeier war großartig. Man könnte sagen, die Sache hatte Biss (siehe rechts).

Wir haben uns auf jeden Fall prächtig amüsiert und uns bis heute noch jeden Tag über die vielen Gäste, deren Glück- und Segenswünsche und die großzügigen Geschenke gefreut.

Rechts gibts einen Link zu einem Webalbum von unserem großen Tag.

Sonntag, August 19, 2007

Schnittenshoppen

Ich war ja schon öfters einkaufen in Karlsruhe. Und eine nicht nur einmal gemachte Erfahrung im Saturn war, dass der einzige Weg einen Kundenberater zu bekommen der ist, ihn an den Haaren zu packen und zu dem Regal zu schleifen, bei dem man sich Beratung erwünscht. Dort bekommt man dann entweder ratloses Achselzucken oder selbstbewusst vorgetragene Falschinformationen zu hören und sehen.

Aber seit gestern ist alles anders: Ich habe den geheimen Hebel der Macht gefunden. Mit dem sich scheinbar mühelos das Saturn-Universum aus den Angeln heben lässt. Und wie alle großen und wichtigen Dingen in der Welt hat auch das - natürlich - mit Frauen zu tun...

Zwei durchaus als attraktiv zu bezeichnendenden jungen Damen assistierend war ich als Laptop-Kauf-Helfer mit ebendiesen im Saturn. Und keine 3 Minuten dort, hat sich ein junger und eifriger (und superchique gestylter) Verkaufsberater auf uns gestürzt. Und zwar in einer Intensität, die den Vergleich mit Motten und Licht durchaus angebracht scheinen lässt. Ganz kurz glaubte ich, dass das an meinem neuen Deo liegen könnte und war ein klein wenig geschmeichelt. Dann ging mir auf, dass das wohl eher an den Mädels lag. Aber zum traurig sein blieb uns überhaupt keine Zeit. Denn wir wurden akkustisch geradezu eingedeckt mit Herrn C.s Verkaufsargumenten:

C: "Der ist schon ok, aber bei den Anschlüssen kann der gar nichts. Ausser USB hat der überhaupt keine."
Ich: (ungläubig) "Gar keine?"
C: (im Brustton der Überzeugung) "Überhaupt keine"
Ich: "Krass, nicht mal VGA?"
C: "Gar nichts"
Den Laptop umdrehend entdecke ich hinten unter anderen Anschlüssen auch
einen VGA-Anschluss....
Ich: "Aja, der VGA-Anschluss ist hinten"
C: "Genau, der hat gar nichts ausser USB und VGA hinten. Und TV-Out"

C: "Der hat zwar doppelt soviel Arbeitsspeicher, aber dafür kann man den nie mehr aufrüsten."
Ich: "Wie, niemehr aufrüsten? Warum nicht"
C: "Das geht nicht. Der kann das halt nicht. Moment ich frag den Kollegen."

später, nach kurzer Konsultation des zweitkompetentesten Beraters:
C: "Also man kann den aufrüsten. Aber die Graphikkarte reserviert sich auch Speicher. Deshalb hat man dann weniger Speicher als man einbaut"

Nachdem wir uns im weiteren Verlauf erfolgreich dem Kauf einer 50 Euro Maus erwehrt haben und erfahren durften, dass wir das Geld für den Schutzbrief BEstattet bekommen können, neigte sich unser Einkaufsbummel dem Ende entgegen. Mir blieb der fade Beigeschmack, bisher aufgrund meines Geschlechtes, meines Äußeren oder meines Deodorants wohl diskriminiert und niemals so ausführlich beraten worden zu sein. Aber dafür hatten wir ja dieses mal jede Menge Spass beim Schnittenshoppen...

Mittwoch, Juli 11, 2007

Alkohol macht kaputt...

darüber liese sich mit so manchem Studenten trefflich streiten. Aber jetzt habe ich Beweise:

Neulich war hier in Karlsruhe das WiWiSo, das WirtschaftsWissenschaftlerSommerfest. Da hab ich abends noch vorbeigeschaut. War nett, aber weil ich niemand gekannt habe, bin ich ziemlich bald wieder heimgegangen. Durch den Schlossgarten. Das Westtor wird abends zugesperrt. Aber weil ich mich halt auskenne und ein kleiner Rocker bin, war das kein Problem. Man kann nämlich einfach an dem Tor vorbeigehen. Der Zaun, der das Tor umgibt, hört ungefähr einen Meter neben dem Tor auf.

Als ich noch ungefähr 50 Meter vom Tor entfernt war, wurde ich von einem nächtlichen Fahrradfahrer überholt, der wohl ausgiebig gefeiert hatte und auch vom Fest nach Hause fuhr. Der fuhr zielstrebig auf das Tor zu, blickte irritiert auf den versperrten Weg und rüttelte ärgerlich an der Klinke. Dann stieg er ab, packte das Rad bei der Stange und begann es rhytmisch nach vorn und hinten zu schwingen.

Mir schwante übles, aber noch bevor ich nahe genug war, um ihn davon abzuhalten, versuchte er das Fahrrad über den mehr als zwei Meter hohen Zaun zu schmeißen. Beim ersten mal hat es auch fast geklappt. "Fast" bezeichnet in diesem Zusammenhang den feinen Unterschied zwischen über und voll gegen den Zaun. Das hat so laut gescheppert, dass ich mir im Dunkeln kurz nicht sicher war, ob nur das Fahrrad oder auch das ganze Tor zu Boden ging. Beim zweiten Versuch blieb das Rad dann oben auf dem Tor hängen. Aber mit etwas Anlauf, Hochspringen und Anstoßen, gelang es dem Trunkenbold, das Fahrzeug ins Jenseits zu befördern. Also auf die andere Seite des Zaunes mein ich. Aber wenn es ein Jenseits der Fahrräder gäbe, so wäre dieses Rad dem Jenseits gewiss näher gewesen als dem Diesseits. Das hat schon vom Zuhören wehgetan. Schließlich wendete der Held seine letzte ihm verbliebene Energie dafür auf, selbst über das hohe Tor zu klettern. Das ganze ziemlich genau zur gleichen Zeit, zu der ich rechts am Tor vorbeispazierte. Ich konnte mich eines gewissen Schmunzelns nicht erwehren.

Aber mein Amusement wich bald aufrichtigen Mitleids, als ich sah, wie übel das Rad zugerichtet war: Die Lenkstange parallel zur Fahrtrichtung, und als er weiterfahren wollte, wurde er dadurch ausgebremst, dass beide Laufräder derart verbogen waren, dass sie nicht mehr durch die Gabeln gepasst haben. Mit viel Leidenschaft und Kraft in den Beinen begann der Jüngling die Räder auszuwuchten, indem er auf das am Boden liegende Fahrrad eintrat und daraufsprang. Meine Zivilcourage reichte nicht aus, mich über das wehrlose, am Boden liegenden Opfer zu werfen, aber nach ein paar endlos scheinenden Minuten lies er ab, stieg auf das geschundene Vehikel und ritt in die Dunkelheit von dannen.

Nehmt es von nun also als bewiesen hin, werte Leser: Alkohol macht kaputt. Nicht immer und in allen Dosen die Menschen, aber wohl die Fahrräder!

Montag, Mai 14, 2007

Asche aufs Haupt (auf Schwedisch)

Das ist die Lotta. Wenn ich nicht genau wüsste, dass sie eines äußerst schwarzwälderischen Ursprungs ist, würde ich aufgrund ihres Namens und Gemütes viel Geld darauf verwetten, dass sie direkt aus einem Astrid Lindgren-Buch entsprungen ist.

Am Sonntag hab ich sie mal wieder in der Kirche getroffen. Und wie man das unter seriösen methodistischen Kirchenbesuchern so macht, war sie frech und im Gegenzug haben wir großen (die Susi, Lottas starker Vater und ich) uns gewehrt. Aber sie hat angefangen. Echt! Ihr Vater hat sie verkitzelt, die Susi hat ihr einen Schuh geklaut und ihn an mich weitergegeben.

Und ich hab mir den Schuh auf den Kopf gestellt. Ich habe mir eigentlich das erhebende Gefühl unglaublicher Körpergröße versprochen, das sich zumeist einstellt, wenn jemand vergeblich versucht etwas von meinem Kopf zu reißen. 1,72 m sind schließlich nicht Nichts. Zumindest für Kinder in gewissem Alter.

Zu meiner Verwunderung hat Lotta nichts dergleichen versucht. Nein. Sie hat sich gefreut. Sie hat regelrecht gestrahlt. Sie ist strümpfig zu ihrem Vater gelaufen, hat mit dem Finger auf mich gezeigt und vergnügt gerufen: "Kuck mal, Papa. Ich bin in Hundekacke getappt!"

Zum Glück regnets jetzt seit zwei Tagen beinahe ununterbrochen. Das hilft mir dabei, mich selbst wieder zu mögen...

Donnerstag, April 26, 2007

BAHNdenkriminalität und andere BAHNalitäten

Das tolle am Studentenleben ist ja, dass man gewissermaßen hauptberuflich Zeit hat. Und manchmal tolle Angebote bekommt. Ich war heute zu einem Workshop-Tag in Frankfurt eingeladen. Und die Fahrtkosten wurden vom Veranstalter übernommen. Also nix wie hin, da kann sich auch der Student eine ICE-Fahrt gönnen : ). Und ausserdem bin ich ein echter Bahnfan.

Und es gibt da ja auch eine super Verbindung: 1 Stunde Fahrzeit. Netto. Netto, das heißt in diesem Zusammenhang auf dem Papier. Brutto ist dann die Zeit, die man braucht. Heute ungefähr doppelt so lange wie auf dem Papier. Da hab ich erstmal ein langes Gesicht gemacht:


Aber den Leuten auf den Bahnsteigen um mich rum ging es allen genau so. Nur die von Gleis 7 hatten Glück. Deren Zug hatte gar keine Verspätung. Der wurde ganz abgesagt.

Man darf ja nich meckern, ohne auch zu loben (das ist die Kehrseite einer Verlobung mit einer Pädagogin). Deshalb möchte ich anmerken, dass die ICE eine schöne Farbe haben und der Schaffner nett war. Der hat mir sogar eine Verspätung von 60 Minuten auf meiner Fahrkarte bestätigt. Das ist BAHNsinnig nett. Denn ab 61 Minuten gibt es einen 15 Euro Entschädigungsgutschein.

Das war dann auch das Problem am Service-Schalter. Alle Reisenden wollten Gutscheine, aber die BAHNditen am Schalter haben auf die fehlenden Sekunden verwiesen.
Beim letzten Mal als ich mehr als 61 Minuten hatte, hab ich auch nichts bekommen. Weil der letzte Reiseabschnitt mit Nahverkehrszügen zurückgelegt wurde. Das gehört glaube ich zur neuen BAHNbrechenden Serviceoffensive.

Ich, der ich mich im Lateinunterricht in die Lehren der Stoiker vertieft habe, versuchte mich wie ein ruhiger Vogel zu fühlen, der gelassen seine BAHNen zieht. Ein anderer war da etwas energischer. Der hat den Bahnhofsleiter kommen lassen und wurde dann richtig laut. Als er viele Worte mit "SCH" drin verwendet hat, wurde es meinem kleinen konfliktscheuen Herz zuviel und ich bin gegangen. Da bin ich vielleicht etwas zu BAHNherzig den armen Schalterbeamten gegenüber.

So ging ich friedlich nach Hause, dachte über unsere BAHNanenrepublik nach und beschloss nicht weiter über die BAHNkrotterklärung der Pünktlichkeit zu sinnieren.

Montag, April 16, 2007

Gerüchte, Socken und Sachen

hartnäckig halten sich Gerüchte, ich sei ein Faschingsmuffel. Das stimmt so nicht. So lehne ich weder seltsame Gewänder noch befremdliche Gebahren grundsätzlich ab - ich weigere mich nur, die Ausübung solcher Praktiken auf eine bestimmte Zeit des Jahres zu beschränken. Und auch dem Fröhlichsein fröhne ich nicht aussschließlich vor Ostern (nebenbei bemerkt ist die Zeit nach Ostern ja eigentlich die geeignetste zum Fröhlichsein).


Derzeit kommt zur spirituellen Nach-Oster-Freude auch noch das weltliche Letzte-Klausur-Hinter-Sich-Jubeln. Und wenn dann auch noch eine ganze Reihe Hochzeiten ins Haus stehen, dann kann man mit alten Freunden ja ruhig mal auf die Kacke hauen. (So sagen die jungen Menschen heute zum ausgelassenen Feiern). Und davon gibts jetzt hier ein paar Bilder:
Hier zwei junge Männer der Region im traditionellen Socken-Auf-Dem-Kopf-Kostüm. Neben Demut zeichnet sich der Träger dieses "Häßes" zumeist durch Gelassenheit und flusiges Haar aus. Alten Überlieferungen zufolge lässt überragende Schönheit auf dem Kopf getragene Socken in aufrechter Stellung erstehen und ein wenig wie Hasenohren erscheinen. Und siehe da, ich kann es beweisen:


Wobei es auch ein alternatives Erklärungsmodell gibt. Wenn man nur fest genug durch die Ohren in die Socken bläst, dann stehn die ganz alleine.

Sonntag, Februar 18, 2007

Sink Sucking - wie man CO2 neutral den Abfluss putzt

Heut mal nix von mir. Schließlich hab ich auch noch einen Bruder, der immer mal für revolutionäre Verfahrenstechniken gut ist. Zum Beispiel für effiziente Aggregatszustandsüberführung bei Melonen von fest zu atomisiert (ziemlich einfach mit den geeigneten Mengen Schwarzpulver).



Oder eben für das Reinigen von bärtigen Duschabflüssen. Der faule Mitteleuropäer mit Berührungsängsten vor Schmutz, benutzt dafür gerne ätzendes Zeug, das in Verbindung mit Wasser zu einer ätzenden Lauge wird, und während es die Haare und all den anderen Schmodder wegätzt auch nicht unerhebliche Mengen reizender Gase freisetzt. Aber nicht so der umweltbewusste David: Der nimmt die Herausforderung an, und stellt sich dem Kampf Haar für Haar auf die gute alte, mechanische Art und Weise. Das Grobe mal mit der Zange rausreißen, und dann für die Feinarbeit die Lunge bemühen. Das geht angeblich am Besten, wenn man so einen Überlauf-Stopfen-Rohr hat. Das presst man rein und kann dann von oben kräftig durchblasen. Und laut David funktioniert das ganz gut.

Er war regelrecht begeistert. Bis zu dem Moment, da er versuchte, ob Saugen auch was bringt. Uääääääh. Um ein Haar hätte er das frisch abflussfähige Abflusssystem wieder mit hausgemachten Bröckela verstopft... Aber er hat was gelernt: Er ist sich ziemlich sicher, verstanden zu haben, was der geruchsisolierende Effekt eines Syphons ist.