Donnerstag, April 26, 2007

BAHNdenkriminalität und andere BAHNalitäten

Das tolle am Studentenleben ist ja, dass man gewissermaßen hauptberuflich Zeit hat. Und manchmal tolle Angebote bekommt. Ich war heute zu einem Workshop-Tag in Frankfurt eingeladen. Und die Fahrtkosten wurden vom Veranstalter übernommen. Also nix wie hin, da kann sich auch der Student eine ICE-Fahrt gönnen : ). Und ausserdem bin ich ein echter Bahnfan.

Und es gibt da ja auch eine super Verbindung: 1 Stunde Fahrzeit. Netto. Netto, das heißt in diesem Zusammenhang auf dem Papier. Brutto ist dann die Zeit, die man braucht. Heute ungefähr doppelt so lange wie auf dem Papier. Da hab ich erstmal ein langes Gesicht gemacht:


Aber den Leuten auf den Bahnsteigen um mich rum ging es allen genau so. Nur die von Gleis 7 hatten Glück. Deren Zug hatte gar keine Verspätung. Der wurde ganz abgesagt.

Man darf ja nich meckern, ohne auch zu loben (das ist die Kehrseite einer Verlobung mit einer Pädagogin). Deshalb möchte ich anmerken, dass die ICE eine schöne Farbe haben und der Schaffner nett war. Der hat mir sogar eine Verspätung von 60 Minuten auf meiner Fahrkarte bestätigt. Das ist BAHNsinnig nett. Denn ab 61 Minuten gibt es einen 15 Euro Entschädigungsgutschein.

Das war dann auch das Problem am Service-Schalter. Alle Reisenden wollten Gutscheine, aber die BAHNditen am Schalter haben auf die fehlenden Sekunden verwiesen.
Beim letzten Mal als ich mehr als 61 Minuten hatte, hab ich auch nichts bekommen. Weil der letzte Reiseabschnitt mit Nahverkehrszügen zurückgelegt wurde. Das gehört glaube ich zur neuen BAHNbrechenden Serviceoffensive.

Ich, der ich mich im Lateinunterricht in die Lehren der Stoiker vertieft habe, versuchte mich wie ein ruhiger Vogel zu fühlen, der gelassen seine BAHNen zieht. Ein anderer war da etwas energischer. Der hat den Bahnhofsleiter kommen lassen und wurde dann richtig laut. Als er viele Worte mit "SCH" drin verwendet hat, wurde es meinem kleinen konfliktscheuen Herz zuviel und ich bin gegangen. Da bin ich vielleicht etwas zu BAHNherzig den armen Schalterbeamten gegenüber.

So ging ich friedlich nach Hause, dachte über unsere BAHNanenrepublik nach und beschloss nicht weiter über die BAHNkrotterklärung der Pünktlichkeit zu sinnieren.

Montag, April 16, 2007

Gerüchte, Socken und Sachen

hartnäckig halten sich Gerüchte, ich sei ein Faschingsmuffel. Das stimmt so nicht. So lehne ich weder seltsame Gewänder noch befremdliche Gebahren grundsätzlich ab - ich weigere mich nur, die Ausübung solcher Praktiken auf eine bestimmte Zeit des Jahres zu beschränken. Und auch dem Fröhlichsein fröhne ich nicht aussschließlich vor Ostern (nebenbei bemerkt ist die Zeit nach Ostern ja eigentlich die geeignetste zum Fröhlichsein).


Derzeit kommt zur spirituellen Nach-Oster-Freude auch noch das weltliche Letzte-Klausur-Hinter-Sich-Jubeln. Und wenn dann auch noch eine ganze Reihe Hochzeiten ins Haus stehen, dann kann man mit alten Freunden ja ruhig mal auf die Kacke hauen. (So sagen die jungen Menschen heute zum ausgelassenen Feiern). Und davon gibts jetzt hier ein paar Bilder:
Hier zwei junge Männer der Region im traditionellen Socken-Auf-Dem-Kopf-Kostüm. Neben Demut zeichnet sich der Träger dieses "Häßes" zumeist durch Gelassenheit und flusiges Haar aus. Alten Überlieferungen zufolge lässt überragende Schönheit auf dem Kopf getragene Socken in aufrechter Stellung erstehen und ein wenig wie Hasenohren erscheinen. Und siehe da, ich kann es beweisen:


Wobei es auch ein alternatives Erklärungsmodell gibt. Wenn man nur fest genug durch die Ohren in die Socken bläst, dann stehn die ganz alleine.